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Von Zeitdruck zu Zielklarheit

Aktualisiert: 5. Feb.

Wir jagen von einem Termin zum nächsten, tauschen Zeit gegen Geld, scrollen endlos durch Social Media, tauschen wertvolle Stunden gegen beruflichen Erfolg und beklagen uns, dass wir viel um die Ohren - Keine Zeit - zu haben! Doch was bedeutet dieses ständige Gefühl der Zeitknappheit wirklich? Ist das Gefühl, 'keine Zeit zu haben', mehr als nur ein Klischee, vielleicht sogar ein modernes Statussymbol?

 



Die Wahrnehmung von Zeit, oder das Fehlen davon, ist ein komplexes Thema mit so vielen Nuancen, wie es Individuen gibt. In meinen Beratungen, sowohl im Unternehmenskontext als auch bei privaten Anliegen, zeigt sich immer wieder, dass das Thema Zeit eine zentrale Rolle spielt. Es ist daher von grosser Bedeutung, unseren Umgang mit Zeit kritisch zu hinterfragen und anzupassen. Dieser Prozess beginnt mit dem Verständnis, dass das Gefühl, 'immer beschäftigt zu sein', oft eine Illusion der Wichtigkeit ist – die Illusion, dass ständiger Zeitmangel gleichbedeutend mit Erfolg, Wichtigkeit und eine bedeutsame Person zu sein, ist.

 

Doch ist das wirklich der Fall? Und ist es auch das was wir wollen - keine Zeit zu haben? In den folgenden 5 Punkten tauchen wir tiefer in das Thema Zeit ein.

 

1. Die Illusion der Wichtigkeit durch Zeitmangel

In unserer Gesellschaft herrscht oft die Annahme, dass ein voller Terminkalender und ständige Geschäftigkeit Zeichen von Bedeutung und Erfolg sind. Diese Gleichsetzung von Zeitmangel mit Wichtigkeit ist jedoch trügerisch und gefährlich. Sie führt uns in einen Zyklus aus Dauerstress und Überarbeitung, der zu Erschöpfung und Unzufriedenheit führen kann.


Ein Beispiel aus der Beratungspraxis verdeutlicht dies:

Ein Kunde klagte über ständigen Zeitdruck und kommunizierte dies auch mehrfach seinem Vorgesetzten. Mit den Worten: "Ich habe so viel zu tun. Wir alle im Team haben so viel zu tun." Als er Ende des Jahres die Plusstunden der letzten zwei Monate offenlegte, war der Vorgesetzte überrascht und sagte: " Ich habe nicht gewusst, dass die Arbeitsauslastung so hoch ist. Das war nie die Abmachung. Soweit darf es nicht mehr kommen". Der Kunde fühlte sich unverstanden und undankbar behandelt. Warf dem Vorgesetzten vor gar nicht zugehört zu haben. In der Beratung nahmen wir uns Zeit, diese Plusstunden zu hinterfragen und genau zu analysieren. Es stellte sich heraus, dass er oft für Kollegen einsprang und stehts seine Hilfe anbot, für Aufgaben die nicht Teil seines eigentlichen Jobprofils waren. Diese zusätzlichen Aufgaben führten nicht nur zu Mehrarbeit, sondern auch immer wieder zu Kritik anstatt der erhofften Anerkennung.


Dieses Beispiel zeigt, wie wichtig es ist, die Illusion von 'beschäftigt sein gleich wichtig sein' zu hinterfragen.

 
2. Der Kreislauf der Ratgeber

In der Suche nach Antworten greifen viele von uns zu Ratgebern. Doch oft erkennen wir, dass die darin vorgeschlagenen Lösungen nicht auf unsere einzigartigen Umstände zugeschnitten sind. Interessanterweise belegt eine Studie der Universität Oxford, dass obwohl 62% der Menschen Ratgeber zur Hand nehmen, lediglich 12% tatsächlich spürbare Veränderungen in ihrem Leben erleben. Der Grund? Viele Ratgeber bieten allgemeine Lösungen, die nicht auf die individuellen Herausforderungen des Einzelnen eingehen. Dies führt zu einer Diskrepanz zwischen den Erwartungen und den tatsächlich erzielten Ergebnissen."

 

3. Die Bedeutung der Zeitqualität

Die Kunst des Zeitmanagements liegt nicht nur in der Effizienz, sondern auch in der Fähigkeit, die Qualität unserer Zeit zu erhöhen. Es ist essentiell, dass wir lernen, unsere Zeit so zu nutzen, dass sie uns nicht nur produktiv macht, sondern auch Raum für Freude und Erfüllung bietet. Das bedeutet, Momente zu schaffen, in denen wir uns nicht nur unseren Pflichten widmen, sondern auch unseren Leidenschaften und dem, was uns persönlich bereichert. Ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Arbeit und persönlichem Wohlbefinden ist der Schlüssel zu einem erfüllteren Leben."

 

4. Zeitmanagement in Beruf und Alltag

Die Balance zwischen beruflichem Engagement und persönlichem Wohlbefinden ist für jeden von uns essentiell, unabhängig davon, ob wir Unternehmer, Angestellte oder in einem anderen beruflichen Umfeld tätig sind. Effektives Zeitmanagement ist dabei der Schlüssel. Es geht nicht nur um das Jonglieren mit Terminen und Aufgaben, sondern auch darum, einen Weg zu finden, bei dem beruflicher Erfolg und persönliche Zufriedenheit Hand in Hand gehen. Dies erfordert ein bewusstes Planen und Priorisieren von Aktivitäten, um ein Ausbrennen zu verhindern und gleichzeitig eine nachhaltige Leistungsfähigkeit zu sichern. Die Fähigkeit, Arbeitsabläufe anzupassen und flexibel auf Veränderungen zu reagieren, ist in diesem Prozess von grosser Bedeutung.

 

5. Die Macht des Nein-Sagens

Eines der mächtigsten Werkzeuge in unserem Arsenal für besseres Zeitmanagement ist die Fähigkeit, 'Nein' zu sagen. Dies ist oft einfacher gesagt als getan, besonders in einer Kultur, die ständige Verfügbarkeit und Zustimmungsbereitschaft hochschätzt. Doch das Setzen von klaren Prioritäten und die Bereitschaft, sich von Aufgaben zu distanzieren, die nicht zu unseren Zielen beitragen, können eine enorme Befreiung bedeuten. Durch das Nein-Sagen schaffen wir Raum für das, was wirklich zählt, und vermeiden es, uns in der Flut von Anforderungen und Erwartungen zu verlieren.

 

Abschliessend gilt es zu erkennen: Jeder von uns hat täglich dieselbe Zeit pro Tag zur Verfügung. Entscheidend ist, wie wir diese Stunden nutzen. Der Schlüssel zur Veränderung liegt im Bewusstsein für unseren Umgang mit Zeit. Es geht nicht nur darum, Symptome zu behandeln, sondern die tieferen Ursachen unseres Zeitmangels zu verstehen und anzugehen.

 

Impuls für den Alltag

Zur Verbesserung des Umgangs mit Zeit und zur Steigerung der täglichen Produktivität können folgende Schritte hilfreich sein:

 

  • Zielsetzung: Der Tag beginnt idealerweise mit der Festlegung klarer und erreichbarer Ziele. Diese dienen dazu, dem Tag Struktur und Richtung zu geben, und unterstützen die Fokussierung auf wesentliche Aufgaben.

  • Fokuszeit: Es empfiehlt sich, täglich eine bestimmte Zeit für ungestörtes Arbeiten festzulegen. In dieser Phase konzentriert man sich ausschliesslich auf die wichtigsten Aufgaben, frei von Ablenkungen. Dies fördert eine hohe Produktivität und Effektivität.

  •  Logbuchführung: Das Führen eines täglichen Logbuchs, in dem Aktivitäten, Fortschritte und Gedanken festgehalten werden, kann sehr aufschlussreich sein. Es ermöglicht nicht nur die Nachverfolgung von Fortschritt, sondern schafft auch ein bewusstes Verständnis für die tatsächliche Nutzung der Zeit.

 

 

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Herzliche Grüsse

Deine Séverine

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