Für Erwerbstätige bleibt wenig übrig

Quelle: Finanz- und Wirtschaft.2020; Autor: Josef Zopp und Gaby Syfrig


VERZINSUNG | Grosszügig Zinsen zahlen wiederum nur die besonders finanzkräftigen Pensionskassen.

Während des Jahres 2019 haben die Pensionskassen eine durchschnittliche Rendite von rund 10% erwirtschaftet. Die erfreulichen Anlageergebnisse liessen Aktivversicherte von ertragreichen Zinsgutschriften träumen. Auf die Begeisterung folgte sehr bald die Ernüchterung. Die meisten Pensionskassen schütteten mickrige 1 bis 2% Zins aus. Müssen sich die Versicherten damit zufriedengeben?


Viele Sammelstiftungen setzten die Rendite hauptsächlich zur Erhöhung der Sicherheit ein. Pensionskassen müssen jährlich ihre Rentenverpflichtungen mit dem technischen Zins hochrechnen und zurückstellen. Bei den meisten Kassen liegt dieser Wert zwischen 1,75 und 2,5%. Hat eine Pensionskasse einen grossen Rentneranteil, so raubt diese Verpflichtung einen hohen Anteil der erwirtschafteten Rendite. In guten Anlagejahren bleibt dennoch genügend Ertrag für eine angemessene Zinszahlung an die Aktiven.


Aufsicht begrenzt Jahreszins

Bei Zinsentscheidungen haben die Stiftungsräte stets ein Auge auf das finanzielle Gleichgewicht der Pensionskasse. Hohe Zinsgutschriften erfreuen zwar die Aktivversicherten, belasten jedoch die Stabilität der Pensionskasse. Folgt auf ein gutes Anlagejahr ein schlechtes, so bricht der Deckungsgrad zusammen, und die Pensionskasse kann in Schieflage geraten. Die Kursverwerfungen des ersten Quartals 2020 illustrieren, dass nach einem überdurchschnittlich guten Anlagejahr alles möglich ist. Ohne genügende Wertschwankungsreserven gerät eine Pensionskasse in solchen Situationen nach kurzer Zeit in eine Unterdeckung.

Nur wenn die Bilanz ausreichend Wertschwankungsreserven enthält, ist eine höhere Ertragsausschüttung möglich. Für Sammelstiftungen gelten in Sachen Zinszahlungen strengere Vorgaben als für kantonale oder firmeneigene Pensionskassen. Solange die Wertschwankungsreserven nicht mindestens 75% des Soll- Werts erreichen, dürfen die Altersguthaben der Versicherten mit maximal 2% verzinst werden. Kurzfristig erhalten die Aktiven weniger Zins, doch vergrössert sich die Chance auf eine zukünftige Höherverzinsung. Verbessert sich dank höheren Reserven die finanzielle Lage der Pensionskasse, reduziert sich die Gefahr einer Unterdeckung.


Klarheit dank Verteilmodus

Profond hat für 2019 mit 3,5% die höchsten Zinsen gezahlt. Die Versicherten können sich ein weiteres Jahr in Folge über die ertragreichen Zinsgutschriften freuen. Über die vergangenen zehn Jahre hat Profond durchschnittlich 2,68% ausgezahlt und ist damit absolute Spitzenreiterin.

Wie stark dies ins Gewicht fallen kann, zeigt folgendes Beispiel: Wird bei einem versicherten Lohn von 80 000 Fr. das angesparte Altersguthaben über das gesamte Arbeitsleben von vierzig Jahren mit einem Prozentpunkt mehr verzinst, fällt das Alterskapital bei Pensionierung um rund 120 000 Fr. höher aus. Bei einem Umwandlungssatz von 6% bedeutet dies lebenslang eine um 7200 Fr. pro Jahr höhere Altersrente. Einige Pensionskassen haben in den vergangenen Jahren Beteiligungsmodelle eingeführt, in denen eine Bandbreite der Verzinsung in Abhängigkeit des Deckungsgrads festgelegt ist.

So hat beispielsweise die PKG Pensionskasse aufgrund des Deckungsgrads eine Verzinsung von 2,4% gewährt. Geschäftsführer Peter Fries kommentiert dies wie folgt: «Das Beteiligungsmodell erleichtert den jährlichen Entscheidungsprozess des Stiftungsrats und schafft Transparenz, Sicherheit und Kontinuität für unsere Versicherten. Kern des Vorgehens ist, den Deckungsgrad stabil zu halten und unsere Destinatäre bei einer guten Anlageperformance am Ergebnis zu beteiligen.»


Viele Versicherte von Risikosparkassenmodellen profitierten ebenfalls vom ertragsreichen Börsenjahr 2019. Dieses Versicherungsmodell führt für jeden angeschlossenen Betrieb einen eigenen Deckungsgrad. Die Rentenbezüger werden in einem eigens dafür eingerichteten Rentnerpool separat geführt. Die Aktivversicherten, deren Anschluss einen ausreichenden Deckungsgrad und eine positive Rendite ausweist, freuen sich dann über hohe Zinsgutschriften.


Das Risikosparkassenmodell bietet beispielsweise Gemini an. Profitiert haben dort viele Versicherte von bis zu 12% Jahresgutschrift. Stefan Sadler, stv. Geschäftsführer der Gemini Sammelstiftung, erklärt: «Durchschnittlich haben die bei Gemini angeschlossenen Vorsorgewerke 2019 mit 3,62% verzinst. Die Spanne bewegte sich zwischen 1% für Kunden, die noch keine Wertschwankungsreserve aufgebaut haben, und 12% bei Kunden, die einen hohen Deckungsgrad vorweisen. Im Gespräch mit den Vorsorgekommissionen angeschlossener Arbeitgeber wird festgestellt, dass es vielen Vorsorgewerken wichtig ist, Reserven kontinuierlich ihren Versicherten zukommen zu lassen.»


Versicherer sind knausrig

Ein wesentlich tieferer Ertrag wurde den Versicherten mit Vollversicherungslösung gutgeschrieben. Die stetige Kapitalgarantie schränkt hier stark ein. Die Lebensversicherer investieren die Vorsorgegelder überwiegend in Obligationen. Daraus lässt sich in der Tiefzinsphase eine nur bescheidene Rendite erzielen. Die Aktivversicherten müssen sich mit bescheidenen Zinsen begnügen. Wie bereits in den Jahren 2017 und 2018 hat kein Vollversicherer mehr als 1% bezahlt.

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